Die erste Saison in der 2. Bundesliga lief für die Mannschaft des SC Lüchow bisher sehr durchwachsen. Nach einem etwas schwächeren ersten Wettkampf gegen den SuS Derne im vergangen Jahr, konnten wir uns zumindest in unserem zweiten Wettkampf in der Bundesliga gegen den KG Görlitz-Zittau behaupten (über unseren zweiten Wettkampf habe ich auch hier auf dem Blog berichtet). Dem Motivationsschub durch den Sieg und dem Willen uns als Neuaufsteiger auch weiter von unserer besten Seite zu zeigen, folgten jedoch eine Reihe an Ausfällen in unserer Mannschaft.

Wer mir auf Instagram folgt, der hat mitbekommen, dass auch ich meine Mannschaft seit November nicht mehr bei Wettkämpfen unterstützen konnte. Eine entzündete Bizepssehne machte mir einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Ich musste aufhören Gewichtheben zu trainieren und die Teilnahme an Wettkämpfen war komplett ausgeschlossen. Obwohl ich immer noch vorsichtig mit der Belastung sein muss, so kann ich zumindest tageweise auch mal wieder schwerer Gewichtheben trainieren. Am 4.2.2017 begann die „Rückrunde“ der 2. Bundesliga und für unsere Mannschaft stand somit ein Heimwettkampf an. Der Gegner war dementsprechend wieder der SuS Derne.  Unsere zuvor stark ausgedünnte Mannschaft war nahezu in alter Besetzung wieder einsatzfähig und unser Trainer Andreas Milik hatte eine gute Strategie für den Wettkampf zurechtgelegt. In der Bundesliga ist es nämlich so, dass ein Athlet nicht zwingend Reißen UND Stoßen muss. Je nachdem kann ein Athlet nämlich auch nur Reißen und ein zweiter Athlet das Stoßen übernehmen. Da wir uns diese Regelung zu Nutze machten, hoben an diesem Abend nicht 6, sondern gleich 8 Athleten für unsere Mannschaft.

Von vorneherein kann ich gleich sagen: dieser Wettkampf war nichts für schwache Nerven! Obwohl wir leider mit 470,7 zu 473,2 gegen den SuS Derne verloren, so war dies einer unserer spannendsten Wettkämpfe in der bisherigen Saison.

Im Reißen gingen unsere Athleten Anne Hruschka, Jan Tendera, Angelique Lembke, Jurji Kolesnik, Mannschaftsführer Viktor Schumtschenko und meine Wenigkeit an den Start. Obwohl wir viele gültige Versuche zur Hochstrecke brachten, so reichte es in dieser Disziplin leider nicht für den Sieg. Doch da der SuS Derne nicht astronomisch viele Punkte vor unserer Mannschaft lag, legten wir uns nochmal in unserer Paradedisziplin, dem Stoßen, voll ins Zeug. Mit 316 zu 308.1 Punkten konnte unsere Mannschaft auch den Sieg in dieser Disziplin verbuchen. Für den Gesamtsieg reichte es leider nicht.

Nichtsdestotrotz waren vor allem die letzten Versuche zwischen Mohammed Hoblos und Mikhail Shishkin vom SuS Derne, sowie Jurji Kolesnik, Viktor Schumtschenko und Marcin Smolarek vom SC Lüchow der reinste Krimi. Versuch für Versuch kämpften sich unsere starken Athleten durch ihre letzten Versuche. Jurji schaffte im 2. Versuch 140 gültig, Viktor erreichte mit 150 kg im 3. Versuch eine neue Bestleistung und auch Marcin konnte 160 gut umsetzen, aber leider nicht mehr ausstoßen. Trotzdem brachte er solide 156 kg im 2. Versuch zur Hochstrecke.

Der Zweitstärkste Heber des SuS Derne, Mohammed Hoblos brachte drei gültige Versuche und 153 kg im letzten Versuch zur Hochstrecke. Nachdem der stärkste Heber, Mikhail, im zweiten Versuch 170 kg im letzten Moment nach dem Ausstoß nach hinten verlor, war bei seinem letzten Versuch die Spannung in der Halle greifbar. Würde er diesen Versuch schaffen, so würde der SuS Derne mit 3 Punkten Vorsprung den Gesamtsieg erreichen, würde er den Versuch nicht schaffen, so würde der SC Lüchow gewinnen. Mit einer unglaublichen Leichtigkeit schaffte Shishkin die 170 kg im dritten Anlauf aber doch und der Gesamtsieger stand somit fest. Die Freude bei den Gegnern war natürlich groß. Doch auch bei uns war die Stimmung, trotz der Niederlage, gut. Viele gültige Versuche, einige neue Bestleistungen und ein sehr spannender Wettkampf lassen uns diese Niederlage gut verkraften.Obwohl verlieren natürlich niemals schön ist, so war dies ein Wettkampf, an den man sich gerne zurückerinnert.

Für mich selbst lief mein erster Wettkampf nach längerer Zwangspause auch besser als geplant. Mit einem Zweikampf von 140 kg und einer neuen Bestleistung von 80 kg im Stoßen bin ich zufrieden. Obwohl ich aufgrund der Verletzung zunächst große Angst hatte schlechter im Gewichtheben zu werden, so hat sich das ganze Krafttraining für den Unterkörper, sowie das „Rehab“ Training für meinen Oberkörper doch bezahlt gemacht. Vor allem hat mir die Pause vom Gewichtheben aber auch etwas ganz anderes wieder gebracht: Leichtigkeit und Spaß an der Langhantel. Den dies ist genau das, was man (neben gutem Training) an der Langhantel braucht.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.