Verrückt wie schnell die Zeit verfliegt: die 30 Tage der „30 Days Without Sugar“ Challenge sind nun vorbei und somit ist es auch Zeit, den letzten zuckerfreien Monat mal Revue passieren zu lassen. Vorneweg kann ich schon mal sagen, dass es für mich bei weitem nicht so schlimm war wie gedacht!

30 Tage ohne Zucker Challenge

Im Vergleich zu der Paleo Challenge, welche ich vor zwei Jahren gemacht habe, hatte ich bei diesem Zuckerentzug wirklich nur leichte Entzugserscheinungen. In der ersten Woche fühlte ich mich ziemlich schlapp und antriebslos. Ich ertappte mich sogar einige Male dabei, wie ich mit dem Gedanken spielte das Training sausen zu lassen. Aber: nichts da! Da ich wusste, dass der Sport mir gut tun wird hieß es nichts wie hoch von der Couch und ab in die Box. Beim Training selbst merkte ich keine negativen Auswirkungen und fühlte mich (oh Wunder) danach auch wieder wohler und fitter. Kopfschmerzen hatte ich dieses Mal wirklich nur sehr leicht und auch nur hier und da während der ersten Woche. Ab der zweiten Woche wurde die Müdigkeit langsam besser und ab der dritten Woche ging es dann endlich bergauf: ich schlief das erste Mal seit langer Zeit abends ohne Problem ein, aufwachen fiel mir wie immer schwer (was auch daran liegt, dass ich kein Morgenmensch bin..also so wirklich GARNICHT!) aber dafür fühlte ich mich durch den Tag weg relativ konstant fit. Normalerweise bin ich ein großer Freund des Powernaps. Während der Challenge waren die nachmittaglichen Schläfchen aber wirklich nicht nötig. Ich war einfach fit. Während des Trainings war ich dementsprechend auch immer energiegeladen. Andererseits muss man aber auch sagen, dass Gewichtheben und CrossFit, ob mit oder ohne Zucker, einfach anstrengend sind und man ab irgendwann so oder so kaputt ist.

So nachdem wir jetzt erstmal über die Entzugserscheinungen gesprochen haben, kommen wir mal zu dem Thema, was mir denn am meisten in der zuckerfreien Zeit gefehlt hat. Am aller, aller, aller meisten hat mir tatsächlich nicht mal das Eis einer bestimmten Marke die mit B anfängt uns ’s aufhört gefehlt. NEIN! Am aller, aller, aller meisten hat mir mein mit Süßstoffen vollgepumptes Proteinpulver gefehlt. Nicht wegen der Süße oder dem Geschmack, sondern aus ganz anderen Gründen. 1. weil ich schlichtweg mit Proteinpulver einfacher auf meine gewünschte tägliche Menge an Proteinen komme und 2. weil es für mich aufgrund der schnellen Bereitstellung von Proteinen für den Körper ein wichtiger Bestandteil meiner Proteinaufnahme um mein Training herum ist. Wieso, weshalb, warum und warum manche Proteinquellen besser sind als andere ist und soll aber nicht Teil dieses Beitrags werden. Heute war es dann also endlich so weit und ich konnte nach dem Training meine gewohnte Post-Workout Mahlzeit MIT Proteinpulver konsumieren… wow. Ich hätte nie im Leben gedacht, das Proteinpulver nach 30 Tagen ohne Süßstoffe so verdammt künstlich süß schmecken kann. Die Süße selbst war garnicht das Schlimme, sondern eher das Gefühl, dass diese verspürte Süße so oberflächlich und einfach unecht ist. Es war auf jeden Fall wirklich sehr komisch und kurz musste ich auch an ein Gespräch mit einer Freundin denken, welche mir letztens erzählte, dass sie Proteinpulver einfach nicht mag. Irgendwie konnte ich das in diesem Moment nachvollziehen. Gleichzeitig zeigte mir dies auch ziemlich eindrucksvoll, wie sensibel meine Geschmacksknospen wieder sind. Schon während der Challenge bemerkte ich aber auch, dass auf einmal Milch viel süßer schmeckte und Äpfel und Beeren waren mein „way to go“, um meinen körnigen Frischkäse zu verfeinern.

Insgesamt muss ich sagen, dass ich während der gesamten Challenge nicht einen Tag hatte, wo ich richtig starken Heißhunger auf etwas Süßes hatte. Klar, man dachte sich schon das ein oder andere Mal „Oh jetzt mal was Süßes“, aber es gab keinen Zeitpunkt wo ich auf gut deutsch gesagt danach geschmachtet habe. Allerdings hatte ich trotzdem das Gefühl, dass mich die Challenge ein klein wenig einschränkt. Sei es nur mal ein Eis in der Stadt essen oder essen gehen mit Freunden. Normalerweise sind das Momente, die ich bewusst genieße ohne mir Gedanken um meine Makros zu machen. Diesen „Spielraum“ nimmt man sich allerdings in der Challenge und das hat mich persönlich auch gestört. Ich für meinen Teil brauche Spielraum in meiner Ernährung und genau deswegen funktioniert Flexible Dieting auch für mich so gut.

Was hat sich für mich nun also durch die Challenge geändert?
Nicht nur meine Geschmacksknospen sind wieder sensibilisierter für süße Dinge, sondern auch mein Körper hat sich nach den ersten zwei Wochen ohne Zucker wesentlich fitter gefühlt. Obwohl ich ohnehin schon viel frisch koche und viel Gemüse esse, hat sich mein Gemüsekonsum in den letzten 30 Tagen nochmal deutlich erhöht. Diese positive Veränderung möchte ich auch beibehalten.
Ansonsten hat mir die Challenge aber auch gezeigt, wie sehr sich meine Ernährung ohnehin schon in den letzten Jahren verändert hat und das es, wie bereits schon erwähnt, für mich persönlich garnicht mehr „schlimm“ war auf allerlei Zucker und Zuckerersatzstoffe zu verzichten. Ich kann es wirklich jedem empfehlen diese Challenge einfach mal auszuprobieren. Einerseits weil man so einfach eine bestehende Zuckersucht brechen kann, andererseits weil eine solche Challenge auch langfristig die allgemeine Ernährungsweise positiv beeinflussen kann. So ist man während dieser Challenge einfach dazu gezwungen sehr frisch zu essen und sich auch während des Einkaufens mal mehr mit Lebensmitteln auseinanderzusetzen. Auch wenn mir viele immer sagen „ich könnte das ja nicht“, oder „ich habe garnicht so viel Zeit zu kochen“ muss ich knallhart sagen, dass dies nur Ausreden sind. Jeder kann es. Es ist allerdings auch eine Frage des Wollens und der Disziplin und mit Sicherheit auch eine Sache der Planung (vor allem wenn es um das Vorkochen des Essens geht).

 

 

 

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