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Das Körperbild, welches man selbst von einem hat, wird in der heutigen Zeit durch viele Faktoren bestimmt. Vor allem natürlich durch das, was wir einerseits in unserem sozialen Umfeld, andererseits durch soziale Medien, Werbung, Mode etc. als „schön“ vermittelt bekommen.

Mein „Schöhnheitsideal“ war, wie bei wahrscheinlich bei dem Großteil aller Frauen, eine lange Zeit meines Lebens bei einfach nur dünn und „ein bisschen definiert“. Da Sport schon immer ein wahnsinnig großer Teil meines Lebens war, fand ich allerdings auch schon immer etwas athletischere Körper etwas schöner, als komplett untrainierte. „Athletisch“ war für mich aber damals alles, was man halt so in den klassischen Frauenfitnesszeitungen zu sehen bekommt. Ich selbst sah aber trotz jahrelangem Sport (traurigerweise) nie so richtig athletisch aus (bisschen weniger cardio und mehr Krafttraining hätten mir nicht geschadet).

Dann kam CrossFit in mein Leben. Und mit CrossFit kam auch ein neues Empfinden dafür, was ästhetisch ist. Ich muss zugeben, dass ich am Anfang Bilder von Frauen wie Christmas Abbott sah und diese ohne mit der Wimper zu zucken als „zu krass“ betitelte. „Der Sport

Christmas Abbott. Taken from www.crossfit.wikia.com

ist geil, aber SO will ich niemals aussehen. Das ist schon ziemlich maskulin.“. Es ist witzig, das ich nur wenige Jahre später den Körper genau dieser Frau als sehr schön, ästhetisch und ganz und gar nicht männlich empfinde. Ganz im Gegenteil. Genauso erinnere mich an ein Video, welches „Beauty in Strength“ heißt und vom CrossFit HQ veröffentlicht wurde. U.a. kommt in diesem Video auch Jacky Perez vor.. auch hier erinnere ich mich, dass ich ihren Körper richtig toll fand..aber der Nacken..ne das wäre mir ja auch irgendwie zu krass. Ich weiß nicht genau wann dieser Zeitpunkt war und ganz sicher ist es eher ein Prozess der mit den Jahren gekommen ist, aber irgendwann veränderte sich mein Empfinden von dem was ich früher als schön empfand so sehr, dass eine Christmas Abbott plötzlich gar nicht mehr krass und der Nacken von Jacky Perez auch einfach normal war.  Ganz im Gegenteil: ich empfand ihre Körper als sehr ästhetisch und schön.

Ich persönlich hatte ehrlich gesagt nie ein gutes Verhältnis zu meinem Körper. Auch heute bin ich immer noch voller Selbstkritik und Zweifel. Gleichzeitig muss ich aber auch sagen, dass ich mich trotz all der Zweifel noch nie so sicher in meinem Körper gefühlt habe wie heute. Ja, ich bin immer noch oft unzufrieden und ja, ich meckere auch öfters nochmal an meinen „Problemzonen“ rum. Trotzdem, kann ich sagen, dass ich meinen Körper heute mehr liebe als jemals vorher in meinem Leben.

Der Weg bis hierhin war aber nicht leicht. Ironischerweise habe ich angefangen meinen Körper mehr zu mögen, je mehr Arbeit ich mit ihm beim Sport verrichtete und je stärker ich wurde. Ich war stolz auch meinen Nacken, stolz auf den Lat, auf die Oberarme, die wachsenden Oberschenkel. Warum denn auch nicht? Schließlich hat man eben hart dafür gearbeitet. Ja genau, man hat hart dafür gearbeitet STÄRKER zu werden. Ich hörte mit der Zeit auf irgendwelchen „Vorbildern“ nachzueifern und wollte einfach nur noch stark sein. Training war nicht mehr dafür da meinen Körper nach irgendwelchen Vorstellungen der Gesellschaft zu formen, sondern es war eine Herausforderung einfach bessere Leistungen zu erbringen.. oder einfach nach all den Jahren Sport eventuell auch doch mal meinen ersten Klimmzug zu schaffen. Die körperlichen Veränderungen, die mit CrossFit einhergingen stießen allerdings in meinem Umfeld oft auf negative Kritik. „Zu viel“, „zu männlich“… und wenn ich jetzt so darüber nachdenke und an meine erste Reaktion auf ein Foto von Christmas Abbott denke, dann kann ich es inzwischen auch keinem mehr

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Mai 2013 vs. November 2015

Übel nehmen (zumindest denjenigen, die niemals absichtlich etwas Böswilliges gesagt haben). Auf jeden Fall kam ich an einen Punkt, wo ich einerseits anfing mich so zu mögen und zu akzeptieren wie ich bin, andererseits wieder voller Zweifel war..einfach nur weil ich nicht in das allgemein gängige Bild einer Frau passte und mir viele Menschen meinten mich auch immer wieder darauf aufmerksam machen zu müssen. Der Standartspruch: trainier doch mal weniger Oberkörper. Ich weiß gar nicht wie lange es dauerte, bis ich negative Kommentare beiseite schieben, bzw nur noch darüber lachen konnte. Selbst heute beschäftigen mich solche Aussagen immer noch kurzfristig, aber bei weitem nicht mehr so sehr wie früher. Aber ganz ehrlich, wie kann es sein, dass man hart und viel beim Sport arbeitet, sogar anfängt seinen Körper mehr zu mögen als vorher (gerade aufgrund der „männlichen Muskeln“) und trotzdem andere Menschen einem dieses schöne Bild von einem selbst wieder kaputt machen? Warum ist es so schwer, sich einfach mal selbst zu lieben wie man ist?

Eine Studie veröffentlicht in Psychology Today bewies: von 1972 bis 1997 stieg die Anzahl der Frauen die unzufrieden mit sich sind von 23% auf 56% (Garner, 1997). 56%! Ja, die Studie ist von 1997, ich kann mir aber gerade durch die Entwicklung der sozialen Medien nicht vorstellen, dass diese Zahl gesunken ist… Das verrückte daran? Die meisten der Frauen, die in der Studie unzufrieden mit sich waren trieben auch Sport. Eigentlich denkt man, dass Sport einem ein besseres Körperbild von einem selbst verschaffen sollte. Doch wenn man diverse Studien liest, so gibt es keinen Konsens darüber, ob Sportler ein besseres oder schlechteres Körperbild von sich haben (Davis, 1992; Hausenblas et al., 2001; Schwarz et al., 2005; Lim et al., 2011). Ich denke es hängt auch viel mit dem sozialen Umfeld zusammen, wie wohl man sich in seiner Haut fühlt und vor allem auch, mit welchem Ziel man trainiert. Seitdem ich selbst aufgehört habe für ein bestimmtes Aussehen zu trainieren und mich eher auf die erbrachte Leistung konzentriere, geht es mir persönlich sehr viel besser. Ja, ich habe meine „Problemzonen“ und ich bin z.B. kein Mensch der jemals einen super flachen Bauch haben wird. Beziehungsweise muss ich auch sagen, dass ich einfach kein Interesse habe so viel abzunehmen, dass ich super „lean“ bin. Ich habe Phasen in denen ich weniger Körperfett habe und Phasen in denen ich eben mal mehr habe. Es gibt keine Formel, die einem hilft glücklich mit sich selbst zu sein. Aber ich denke anzufangen sich eher durch Leistungen und kleine Erfolge zu definieren, als durch ein Six pack ist auf jeden Fall schon mal ein guter Anfang. Muskeln, die durch viele schweißtreibende WODs kommen, Trainingseinheiten beim Gewichtheben, bei denen man am liebsten aufgehört hätte, DAS sind Dinge auf die man stolz sein kann. Mein Körper ist in meinen Augen lange nicht „perfekt“, aber ich weiß was er kann. Ich weiß das diese „Geschwülste“ an Oberschenkeln mehr als mein eigenes Körpergewicht bewegen können. Ich weiß, dass dieser „heftige Stiernacken“ mir erlaubt mehr als mein Körpergewicht umzusetzen. Ich weiß, dass dieses „übertriebene Kreuz“ bedingt durch meinen größeren Latissimus mir erlaubt mich mehrmals an einer Klimmzugstange hochzuziehen. Und genau dafür liebe ich meinen Körper.

Referenzen:

Studie von Psychology Today: https://www.psychologytoday.com/articles/199702/survey-says-body-image-poll-results

Davis, C. (1992). Body image, dieting behaviours, and personality factors: A study of high-performance female athletes. International Journal of Sport Psychology. 23(3), 179-192.

Hausenblas, H. A. and  Downs, D. S. (2001). Comparison of body image between athletes and nonathletes: A meta-analytic review. Journal of Applied Sport Psychology13(3), 323-339

Lim, C. L. S., Omar-Fauzee, M. S. and Rosli, M. H. (2011). The body dissatisfaction among female athletes and non-athletes in Malaysia. Journal of Asia Pacific Studies2(1), 55-69.

Schwarz, H. C., Gairrett, R. L., Aruguete, M. S., & Gold, E. S. (2005). Eating Attitudes, Body Dissatisfaction, and Perfectionism in Female College Athletes. North American Journal of Psychology7(3).


The body image we have of ourselves is being influenced by a variety of factors. On the one hand its influenced by our social environment, on the other hand it’s also influenced by what social media, advertisements or the fashion industry promotes als “beautiful”.

For a long time, the body image that I was striving for was to be thin and a little bit toned. Because sport has been a major part of my life since I was little, I always liked athletic looking bodies more than non-trained ones. Back than to me an “athletic look” was everything what common women’s fitness magazines would show you as a “fit” women. Although I was doing all kinds of sports my entire life, I (sadly) never really looked “athletic” (less cardio and more strength training would have been a great idea).

Then, one day, CrossFit came into my life and with CrossFit came a new perception of what an aesthetic body is. I have to admit that when starting CrossFit, I saw a picture of Christmas Abbott and without hesitation I would say that the sport of CrossFit is great but I never wanna look like THIS because it seemed to be to o “manly”. It’s funny that a few years later I don’t consider the body of the exact same women as “manly” at all. Nowadays I consider her body as extremely aesthetic. Another situation I have to think about sometimes, is when CrossFit HQ released a Video which was called “Beauty in Strength”. I remember that this was the first time I ever saw Jacky Perez and although I really admired her body I also thought that her traps were a little “too much”. I don’t even remember when my body image changed and I would say that it happened over time rather than at a specific time point, but at some point I realised I really liked the way Christmas Abbott liked and all of the sudden the traps of Jacky Perez were not  all “too much” anMoee. Both have different body types, but both have bodies I consider as very aesthetic and beautiful.

Personally, I never had a good relationship to how my body looked. Even today I’m still full of self-doubts and like to criticise specific parts of my body. At the same time, I also have to say that besides all the self-doubts I’ve never felt more comfortable in my body than today. So yes, although I still don’t like some parts of my body I can say that I never loved my body more than I do now.

No, it was not easy to realise this and to start loving the body I’m in. Ironically I only started to like my body when I realised what it was capable to do and when I saw that I was getting stronger. I started being proud of the little traps I’ve grown, I was proud on my growing back, my arms, my quads. Because: why the hell shouldn’t I?! I’ve worked very hard for every little bit of muscle that grew on this body. I’ve worked very hard to get stronger. And believe me, I could not even do a push up when I started doing CrossFit! Over time, I stopped chasing body images of some random “fit chicks”, I started to work out to get stronger. Working out was no longer a thing I used to shape my body into something society would consider as “pretty”, it became a challenge. A challenge to become a better and stronger me..and to maybe finally be able to do my very first pull up after all the years of doing sports. After a few months of really getting into CrossFit and strength training my body started to change and the people surrounding me started to make comments about it… “too much”..”too manly”.. when I think about this and about how I reacted to the first picture I saw of Christmas Abbott I can’t even be mad about it (at least I’m not mad at those ones who didn’t hurt me on purpose). However, I came to a point where on the one hand I felt comfortable in my own body but on the other started to be (again) full of self-doubts because of what people said… simply because I was not fitting into what society thinks is “pretty” or “feminine”. One thing many people liked to tell me was that I should train less upper body. I don’t even know how long it took till negative comments did not bother me that much. I mean, even nowadays some comments will stay in my mind for some time (but not for as long as they might have two years ago). But let’s be honest: how can it be, that you work so hard for your body and you actually start liking it (maybe even because of those “manly” muscles you start to build) but at the same time it’s still so hard to really love yourself the way you are?

A study published by Psychology Today showed that from 1972 to 1997 the number of women being dissatisfied with how they look increased from 23% to 56% (Garner, 1997). 56%! Yeah I know, the study is from 1997 but I can’t imagine the number decreased… especially with regards to how big this whole social media thing got. As if this number is not crazy enough the study also showed, that many of the women being involved in the study did exercise on a regular basis. Usually, one would assume that people who exercise would have a more positive body image than people who don’t exercise at all. However, there is no consensus on whether athletes do have a better body image than non-exercising people (Davis, 1992; Hausenblas et al., 2001; Schwarz et al., 2005; Lim et al., 2011). Therefore, I think that the body image you have and how you feel in your own skin really depends on the social environment and also on what you train for. Since I stopped working out to look a certain way I started being more comfortable in my own skin. As I said: I do also criticise some parts of my body and also I know that I will never ever have a super flat tummy. I obviously could lean out that much that at some point my body fat percentage would be super low and the little belly would be gone..but that’s just not what I train for. I do have periods of time my body fat is lower, I do have periods of time my body fat is higher. There is no secret formula to how you can be feel comfortable in your own skin. But I think that one step into the right direction is to start defining yourself through what your body is capable to do rather than a visible six pack. Every single success you have through training is something you should be very proud of. Might it be your first pull up, your first muscle up, a bodyweight squat of even a push up with a good form. You should be proud. Proud on your muscles you build through pushing through tough WODs or through pushing yourself through a tough training of Olympic weightlifting. No, my body is by far not perfect, but I know what it its capable to do and it makes me proud to see where I am now compared to where I came from. I know that those “swellings” which are my quads can squat more than my bodyweight. I know that because of this “massive bull neck” I’m able to clean more than my body weight. I know that because of this “huge back” I’m able to pull myself of on a pull up bar multiple times. And because of all this I love my body.

References:

Study published by Psychology Today:
https://www.psychologytoday.com/articles/199702/survey-says-body-image-poll-results

Davis, C. (1992). Body image, dieting behaviours, and personality factors: A study of high-performance female athletes. International Journal of Sport Psychology. 23(3), 179-192.

Hausenblas, H. A. and  Downs, D. S. (2001). Comparison of body image between athletes and nonathletes: A meta-analytic review. Journal of Applied Sport Psychology13(3), 323-339

Lim, C. L. S., Omar-Fauzee, M. S. and Rosli, M. H. (2011). The body dissatisfaction among female athletes and non-athletes in Malaysia. Journal of Asia Pacific Studies2(1), 55-69.

Schwarz, H. C., Gairrett, R. L., Aruguete, M. S. and Gold, E. S. (2005). Eating Attitudes, Body Dissatisfaction, and Perfectionism in Female College Athletes. North American Journal of Psychology7(3).

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