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Oft werde ich gefragt „Machst du eigentlich noch was anderes außer Sport?“. Die ehrliche Antwort darauf lautet: „Bis auf in die Uni gehen, eigentlich nicht“. Ich selbst trainiere 4-5 mal die Woche und an meinen trainingsfreien Tagen gebe ich selber noch einen Kurs im Olympischen Gewichtheben. Aufgrund der Masterarbeit kann ich zur Zeit nur abends nach der Arbeit im Labor trainieren. Kurz gesagt besteht mein Leben unter der Woche also tatsächlich nur aus der Uni und dem Sport.

Nun kann man sich die Frage stellen, ob so ein Lebensstil, in dem der Sport im absoluten Mittelpunkt des Lebens steht, überhaupt gut oder noch „gesund“ ist. An den meisten Tagen komme ich unglaublich erschöpft von der Arbeit nach Hause. Doch anstatt mich auf das Sofa zu schmeißen und „auszuruhen“ oder Freunde zu treffen steht immer das gleiche auf dem Programm: einen Kaffee trinken, mich kurz hinsetzen, eventuell Sachen regeln die geregelt werden müssen und dann zum Training. Dieser Lebensstil erlaubt mir leider nicht sehr viel Flexibilität. Verabredungen unter der Woche klappen bei mir z.B. so gut wie nie, da ich nach dem Training auch irgendwann einfach nur noch mal zur Ruhe kommen möchte.

Wenn ich das so lese, dann klingt mein Leben für Außenstehende wirklich sehr eingefahren. Ehrlich gesagt ist es das durch die Uni bedingt zur Zeit auch. Aber wenn mich jemand fragen würde, ob ich irgendwas an meinem Leben ändern wollen würde, oder ob ich nicht mal weniger Sport machen wollen würde, um mehr Zeit für andere Dinge zu haben, dann ist die Antwort darauf ein klares NEIN. Warum? Weil ich dem Sport eine gewisse Priorität in meinem Leben zuschreibe. Jeder Mensch hat bestimmte, und vor allem hat jeder Mensch auch andere Prioritäten. Familie, Freunde, Freizeitaktivitäten. All das sind Dinge, die eine gewisse Priorität im Leben haben. Fakt ist aber auch, dass sich die Rangordnung dieser Prioritäten je nach Lebensumstand ändern. Ich bin in der Position noch keine eigene Familie zu haben, was mir erlaubt mir meine Freizeit frei nach meinen Prioritäten zu gestalten. Unter der Woche und auch teilweise am Wochenende ist meine Freizeitaktivität Nr.1 eben das Training/der Sport. Jeder muss für sich selbst entscheiden was ihm wichtig ist und wo genau seine Prioritäten liegen. Über Ostern kann ich z.B. nicht an einem für mich eigentlich wichtigen Wettkampf teilnehmen. Warum? Weil meine Priorität ist, über Ostern mit meiner Familie Zeit zu verbringen und wegzufahren. Versteht ihr was ich meine? Je nach Lebenssituation hat man einfach ständig andere Prioritäten. Fakt für mich ist jedoch immer: egal wie müde ich bin, unter der Woche ist meine absolute Priorität meinen müden Hintern zum Training zu schaffen und das absolute beste aus jedem Training rauszuholen. Training ist für mich „meine Zeit“. Die Zeit, in der ich einfach eine Sache mache, die ich liebe.

An dieser Stelle möchte ich auch ein Zitat teilen, welches mich motiviert und täglich antreibt immer mein Bestes zu geben.

„Now if you are going to win any battle you have to do one
thing. You have to make the mind run the body. Never let the
body tell the mind what to do. The body will always give up.
It is always tired morning, noon, and night. But the body is
never tired if the mind is not tired. When you were younger
the mind could make you dance all night, and the body was
never tired… You’ve always got to make the mind take over
and keep going.“

Diesen Zeilen habe ich nichts, wirklich nichts mehr hinzuzufügen. Diese Zeilen sind die Quintessenz dessen, was mich antreibt. Auch wenn ich mal schlecht gelaunt zum Training komme oder schlichtweg keine Lust habe eine Trainingseinheit zu absolvieren (ja, denn auch das kommt Mal vor, so wie es bei jedem von uns mal vor kommt), so versuche ich immer durch ein positives mind set meinen Körper zu überlisten. Wenn man einmal in eine „Ich bin aber zu müde zum Training“ oder „Ich habe mir nach dem Tag jetzt aber auch einfach nur Ruhe verdient“-Einstellung verfällt, wird man in 99% der Fälle auch sicher nicht zum Training gehen.
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Für mich passiert also das meiste in meinem Kopf. Nicht nur im Training, sondern vor allem auch auf Wettkämpfen. Bricht man mental ein, so bricht die Leistung ein. Ich als absoluter Kopfmensch habe dahingehend noch viel zu lernen. Auch ich bin mental bei weitem nicht so stark, wie ich es gerne wäre. Aber ich denke, solange man weiß wo seine Schwachstellen sind, so kann man gut daran arbeiten.

Zu guter letzt möchte ich noch etwas los werden: alles was wir in unserem Leben priorisieren ist für uns großartig und toll. Am liebsten würden wir wenn wir z.B. eine neue persönliche Bestleistung aufgestellt haben dem Rest der Welt davon erzählen. Fakt ist aber, dass die meisten Menschen, die nichts mit dem Sport zu tun haben, auch nichts mit unseren Geschichten anfangen können. Natürlich interessiert es meine Familie und auch meine Freunde, die nichts mit dem Sport zu tun haben. Aber nach ein paar Minuten erzählen sollte es auch mal gut sein. Der Kopf braucht auch mal Pause vom Sport.. Wenn man also Zeit mit Familie oder Freunden verbringt, dann sollte es qualitativ hochwertige Zeit sein, die man nicht damit verbringt ununterbrochen von sich und dem Sport zu erzählen, oder schlimmer noch im Kopf schon bei der nächsten Trainingseinheit sein. Oft haben mich ein paar Tage außerhalb meiner gewohnten Umgebung gestresst.. Anstatt mich auf ein Wochenende irgendwo zu freuen, so kam zuerst immer Panik und ein „Oh nein ich kann nicht trainieren“ auf. Fakt ist: ich bin kein Spitzensportler. Ich bin ein normales Mädchen, das einfach versucht so gut wie möglich im Gewichtheben zu werden. Ich bin zu alt um irgendwas super krasses zu erreichen und verglichen mit den Spitzensportlerinnen in meiner Gewichtsklasse auch echt schwach (ich bin sogar schwächer als die Frauen der niedrigsten Gewichtsklasse!!!). Lange Rede kurzer Sinn: Sport ist toll, Training ist wichtig und ohne Training erreicht man auch seine Ziele nicht. Aber wenn es um das Leben geht, dann sollte man verstehen, dass es auch mal wichtigere Dinge gibt, als mal nicht eine Trainingseinheit zu verpassen.

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People ask me a lot of times: “Do you do anything else than working out?”. The honest answer to that would be: “Besides going to Uni..not really.”. I train 4-5 times a week and on those days I don’t work out I teach “Oly” classes at CrossFit Göttingen/Germany. Because of my master thesis, on which I started working on round about 2 months ago, I have no other time to train but in the afternoon. Simply said my life during the working week is: going to work in the lab (I’m a science student) and training.

For sure one can ask the question, whether a lifestyle in which you focus on sport that much is still “healthy”. Most days I come home from the lab pretty tired (I think people who study/studied some kind of science related field will understand). But instead of staying on the couch to get some rest, or go out and meet some friends I always do the following things: drink up my cup of coffee, pack up my things for the gym, get my tired butt from the couch to the box and train. This lifestyle doesn’t leave a lot of space for other things. Simply said: I’m not very flexible. For example meeting friends during the week is very hard to fit into my schedule. Sure, I could go out after training. But after a long as day in the lab and training I really want to rest in the evenings.

For a stranger my life might appear very drawn in. Honestly? Right now it really is. But if someone would ask me if I would like to chance anything about my life, or if I would like to cut back on training to have more time for other things the clear answer would be NO! Why? Because I absolutely prioritize training as my no. 1 leisure activity. In life every person has different priorities and I would say that these priorities change with time and the specific circumstances you life in. Might it be family, friends, leisure activities.. every person picks their own priorities. Because I don’t have kids yet, I’m in a position where I can absolutely prioritize sports in my free time. However, everyone has to choose on their own what he or she prioritizes. Next month I won’t lift at a competition which usually means a lot to me, because I prioritized spending a weekend with my family in Poland. As already mentioned: I think that priorities change with different circumstances but during the week it is my personal priority to get my tired butt off the couch and to training. Some like to go out and hang round friends, I like to train and hang round my friends there. Training is “me time”. Its that time of the day where I do a thing I really love.

At this point I would like to share a quote, which keeps my motivated:

„Now if you are going to win any battle you have to do one
thing. You have to make the mind run the body. Never let the
body tell the mind what to do. The body will always give up.
It is always tired morning, noon, and night. But the body is
never tired if the mind is not tired. When you were younger
the mind could make you dance all night, and the body was
never tired… You’ve always got to make the mind take over
and keep going.“

Those few lines are the quintessence of what keeps me going. Even on those days, where I’m in a very bad mood and don’t even want to train at all (yup, it really happens from time to time, just as it might happen to you sometimes),  I try to trick my body by keeping a positive mind set. If you fall into the “I have earned some rest on the couch” or “I’m too tired to train” mood, you will in 99% of all cases not go to the gym.

In my case, most of all training related things happen in my head. But not only the things regarding training, but also (or even more) when I’m on at a comp. If you fail mentally, your performance will suffer as well.

Last but not least there is one thing I wanna talk about: things that WE prioritize in our lives are pretty much awesome and exciting for US.. we would love to tell the whole world when we made a new personal best. Fact is: people who are not in the sport are not interested to hear about your sporty life all the time. Sure, my friends and family are interested in what I’m doing to some point. But when you meet friends who are not into your sport or your family, you really should stop talking about YOUR training after a while. Not only, because your head might need a rest from thinking about sport for a while, but also for your own sake. When we spent time with family and/or friends, this time should be “quality time”. Stop thinking about your training. Be present and enjoy the time you have. Usually, a weekend away would leave me a panic attack thinking “Oh noooo I can’t train, what the hell should I do now!?”.. but honestly said: I’m not a top athlete who earns money with sport.. I’m just a girl, trying to get as good as she can in lifting weights. I’m too old to accomplish anything super amazing and compared to top athletes in my weight class I’m pretty weak (even compared to the women from the lowest weight class!!). Long story short: when it comes to life there might be something more important than to not skip one training session.

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