Je mehr die Fitnessindustrie boomt umso verrückter werden die verschiedensten Diäten von denen man auf diversen Zeitschriften so liest. Während die einen „Schlank im Schlaf“ werden, essen die anderen die „10 Lebensmittel, die sie meiden sollten wenn sie abnehmen möchten“ nicht mehr und die anderen schlürfen morgens, mittags und abends einen Shake, mit dem sie sich „schlank trinken“… und die Liste der verrückten Gewichtsreduktionsdiäten geht noch lange weiter.

Das Wort „Diät“ ist in heutzutage ohnehin sehr negativ behaftet. Wenn ich z.B. das Weißbrot was mir mit einem Salat serviert wird nicht esse, so kommt gleich die Frage „Bist du etwa SCHON WIEDER auf Diät!?!?“. Nein. Ich bin NICHT „schon wieder auf Diät“, aber meine Diät ist auf jeden Fall anders als die der Person, die mir diese Frage gestellt hat. Eine „Diät“ in dem Sinne, wird heutzutage immer mit einer Reduktionsdiät gleichgesetzt. Eigentlich stammt das Wort „Diät“ aber aus dem griechischen und bedeutet so viel wie „Lebensweise“. Meiner Meinung nach sollte die Art und Weise der Ernährung demnach auch eine „Lebensweise“ sein. Ganz klar ist aber: eine Reduktionsdiät ist und soll auf gar keinen Fall eine Lebensweise sein. Eine Reduktionsdiät sollte über einen definierten Zeitraum dabei helfen, die persönlichen Ziele zu erreichen. Nichtsdestotrotz möchte ich heute einmal über das Grundprinzip einer jeden Diät sprechen und erläutern, wieso ich kein Fan von „Trink dich Schlank“, oder wie diese ganzen Diäten heißen, bin.

Als aller erstes basiert eine jede Diät auf der Balance der Kalorien, welche man mit der Nahrung zu sich nimmt und welche man verbraucht (bzw. „verbrennt“). Eine Kalorie selbst ist also nichts anderes, als eine Maßeinheit für Energie und diese Energie kann direkt vom Körper genutzt werden oder, wenn sie nicht genutzt wird, gespeichert werden. Gespeichert werden überschüssige Kalorien in Form von Glykogen in den Muskeln und in der Leber oder in Form von Fett.

Insgesamt gibt es drei verschiedene Stadien, die wir mit der Menge an uns zugeführten Kalorien bestimmen:

1. Während einer hypokalorischen Diät essen wir weniger Kalorien, als wir verbrennen. Unsere Kalorienbilanz am Ende eines Tages ist somit negativ und wir nehmen ab.

2. Während einer isokalorischen Diät essen wir so viele Kalorien wie wir verbrauchen. Unser Gewicht bleibt daher gleich.

3. Während einer hyperkalorischen Diät essen wir mehr Kalorien als unser Körper braucht. Der Körper fängt an die überschüssigen Kalorien zu speichern und wir nehmen zu.

Die tägliche Kalorienbilanz ist also grundlegend das, was bestimmt ob wir ab oder zu nehmen. Diese Stadien entscheiden also über den Erfolg einer Gewichtsreduktion, eines Gewichterhaltes oder darüber, ob man gezielt auch zunehmen möchte (zwecks Muskelaufbau). Das die Kalorienbilanz maßgebend für den Erfolg einer Diät ist, zeigte ein Professor der Kansas State University. Er setze sich für 10 Wochen auf eine Reduktionsdiät, während welcher er sich überwiegend von Twinkies (amerikanische Süßigkeit) ernährte, dabei aber in einem Kaloriendefizit aß (mehr zu dieser Studie gibt es hier). Wie man bereits vermuten kann: den Mann nahm tatsächlich aufgrund des Kaloriendefizits ab. Dies ist natürlich kein Beispiel anhand gesunder Lebensmittel, aber ich finde es zeigt eindrucksvoll wie maßgebend die Menge an Kalorien ist, die wir täglich zu uns nehmen. So führt also eine „low-carb“ oder auch eine zuckerreduzierte Ernährung nicht zwingend zum Erfolg, solange keine negative Kalorienbilanz geschaffen wird.

Das Problem, was ich aber in den meisten Reduktionsdiäten sehe, ist das sie zu radikal sind und somit nur kurzfristig Erfolge erzielen. Stichwort: langfristige Umsetzbarkeit. Je nachdem, wo man in seinem Leben steht und welche Ziele man mit dem anpassen seiner Diät erreichen will gibt es natürlich verschiedene Wege (hier spielt vor allem auch eine Rolle, wie viel und ob man Sport treibt). Es gibt keine „one serves all“ Lösung.  Aber wenn man sich für eine Reduktionsdiät entscheidet, so sollte man eher nach einer langfristigen Umsetzbarkeit und einer Ernährungsumstellung streben, als nach einer „Bikinifigur in 2 Wochen“. Wichtig ist vor allem auch, dass man seinem Körper Zeit gibt sich zu verändern. Dies ist auch ein gewaltiges Problem unserer Zeit: wir wollen alles schnell und neigen dann dazu zu übertreiben. Anstatt also nach schnellen Erfolgen zu streben sollte man eher nach einer für sich langfristig umsetzbaren Ernährungsstrategie suchen. Denn langfristige Erfolge machen in jedem Fall glücklicher als nur schlank für einen Urlaub zu sein.

In weiterführenden Beiträgen werde ich auch nochmal einzeln auf die Makronährstoffe eingehen und wieso man jeden einzelnen der Makros lieben und schätzen sollte :).

 

2 thoughts on “Was ist überhaupt eine „Diät“!?// What does „Diet“ even mean!?”

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